Aufgaben gehören zu meinem Leben.

Wer keine Aufgaben mehr hat, der wird auf geben.

Und Aufgeben war noch nie mein Ding.

Meine Hobbys sind mein Beruf.

Mein Beruf ist meine Leidenschaft.

Und meine Leidenschaft ist mein Beruf.

Das ist Fluch und Segen zugleich.

 

Um mich auf die Zeit nach dem Berufsleben vorzubereiten und überzugehen zu meinen Hobbys, habe ich jetzt mit meiner neuen Unternehmung die Weichen dafür gestellt.

 

„Wer rastet, der rostet“

Und verrosten will ich nicht

Mein weites Tätigkeitsfeld hat mich mein ganzes Leben lang begleitet. Hat meinen „Horizont erweitert“. Und tut es immer noch. Hält geistig fit.

Fast wie Medizin. Dabei lerne ich jede Menge sinniges, aber noch mehr unsinniges kennen. Ebenso wie Menschen. Einige sieht man gern. Und andere, die sieht man lieber von hinten gehen als von vorne kommen. Oder am besten weder noch.

 

Jetzt warte ich noch gespannt auf das „Beamen“

Wenn nicht Gott schneller ist als „Scotty“

Die digitale Revolution in der Wirtschaft und im Privatleben habe ich von Anfang an in der ersten Reihe mit erlebt. Wahrscheinlich häufiger als vermutet in der Rolle eines „Beta“-Testers, selbst wenn die Software gekauft war und keine Share- oder Freeware. Dabei ist dieser Umbruch noch längst nicht zu Ende. Und wie im Kino sind vorne in der Regel nicht die besten Plätze.

 

„Gulliver im Lande Lilliput“

Ein Riese unter Zwergen

So ähnlich war mein erster Auftritt im Alter von Vier oder Fünf auf „den Brettern, die die Welt bedeuten“. Über die Schulzeit hinweg habe ich immer wieder in Schulaufführungen mitgewirkt, um dann anschließend das zu machen, was ich am besten konnte: Theater. Viel Theater.

Um mir den nötigen theoretischen Background zu holen, studierte ich das damals in der bundesdeutschen Universitätslandschaft noch exotisch betrachtete Fach Theaterwissenschaft. In der typisch „klassischen“ Kombination mit Neuere deutsche Literaturgeschichte und Kunstgeschichte. Schließlich will man ja mitreden können.

 

„Er will doch nur spielen“

Mein ganzes Leben lang

In der Zeit, sicher begünstigt durch das Studium, entwickelte sich auch meine Leidenschaft für das Wort. Gesprochen oder geschrieben – egal. Dabei stand und steht ab da nicht die Rezitation im Vordergrund, sondern die eigene Schöpfung und Kreativität entwickelt sich. In einem langen Prozess. Über Jahrzehnte. Wie ich heute rückblickend erkenne.

Der Spaß am Spiel mit den Wörtern. An ausgefeilten, treffsicheren, der besten aller Formulierungen. Oder das Wort in anderer, ursprünglicher Bedeutung. Dem landläufigen Sinn entkleidet. Phrasenlos. Zurück geführt auf seine Bestandteile. Silben. Buchstaben. Nackt. In einer bestimmten Attitüde, Facette. DaDa. Bis zum Sinnlosen. Je nach Intension. Eine Komposition der Wörter. Neudeutsch: Sprachsetzen.

So lag es nahe, nach dem Studium nicht schwerpunktmäßig in Richtung Darstellende Kunst oder Regie zu gehen, sondern Dramaturgie. Das war – zumindest zu der Zeit – an mittleren und kleineren Theatern der Bundesrepublik gleichbedeutend mit der Doppelfunktion von Dramaturgie & Öffentlichkeitsarbeit. Also PR und Werbung integriert. Wobei der Schwerpunkt auf der Pressetätigkeit beruhte und weniger auf der Werbung. Denn für Werbung war kein Geld (mehr) da, Oder sagen wir mal: nur in äußerst begrenztem Rahmen. Ein Beispiel: Plakate. An einem der Theater durfte 1x im Jahr 4-farbig gedruckt werden. Das restliche Jahr nur s/w. Und das auch noch allenfalls über die damals neu aufkommenden Kopierbuden. Oder über Plotter. In dem anderen Theater war 2-Farbdruck erlaubt. Aber nicht mehr.

Ähnlich wie die finanzielle Situation war auch die Bezahlung. Viel Ehre und Ruhm. Applaus. Wenig Brot. Gage. Bei unzählig vielen Überstunden. Die es aber nicht gab. Schließlich ist das ja auch eine Berufung und kein Beruf. Wer zählt da schon seine Stunden. Dazu die Zeitverträge. Die konnten einen von der einen zur anderen Spielzeit kreuz und quer durch die ganze Republik jagen. Einschließlich der deutschsprachigen Schweiz und Österreich.

 

Die besten Chancen hat man vermutlich dann,

wenn man sich keine Chance ausrechnet

Per Zufall stieß ich irgendwann auf einen Zeitungsartikel, in dem über die Berufsaussichten damaliger Lehramtskandidaten berichtet wurde. Es war die Zeit der sogenannten „Lehrerschwemme“. Das heißt: Eine Schwemme hat es nie gegeben. Ständig fiel irgendwo Unterricht aus. Es war nur kein Geld da, um neue Kräfte zu bezahlen. Was also tun denn so meine Studienkollegen vom Lehramtsfach Deutsch, die ich von dem ein oder anderen Seminar her kannte, heute, wenn sie nicht als Lehrer angestellt wurden? Fragte ich mich.

Ein Artikel befasste sich dann auch mit der Werbung in Unternehmen. Es war die Zeit, in der Werbung als eigeständiges Studienfach noch nicht existierte. Allenfalls in Marketing mit abgehandelt wurde. So ein BWLer hat vielleicht Ahnung von Zahlen und ist ein guter Kaufmann. Aber deswegen ist er noch lange kein guter Werber. Dann schon eher ein Außendienstler. Aber auch der in der Regel nicht, wenn es um sprachliche Feinheit, Spitzfindigkeit, Raffinesse, geht. Dann schon eher ein Deutschlehrer. Wenn er den Lehrer in sich nicht all zu sehr verinnerlicht hat.

Fast gleichzeitig sah ich dann auch ein entsprechendes Stellenangebot in der Zeitung. Die besten Chancen hat man vermutlich dann, wenn man sich keine Chance ausrechnet. Einfach nur, um zu schauen, welche Chance ich in dem Spiel denn wohl hätte, reichte ich meine Bewerbungsunterlagen ein. Damals noch auf dem Postweg.

 

„Man kann nicht alles haben im Leben“

Aber passt schon

Volltreffer. Auf Anhieb. Tells Apfelschuss hätte nicht besser sein können. Und so wechselte ich in die Werbung eines mittelgroßen Unternehmens. Zu gänzlich anderen Konditionen. Wenn auch der Applaus meist fehlt. Weil, dann könnte ich ja dadurch beflügelt, auf die Idee kommen, mehr zu fordern. Also unterbleibt das Applaudieren. Nichts sagen heißt in dem Fall so viel wie: „Passt schon!“. Aber – wie heißt es so schön – „man kann nicht alles haben im Leben.“

Zudem war auch vieles gleich. Das mag man auf den ersten Blick gar nicht glauben. Aber es stimmt: Die Themen hatten sich gewandelt, aber die Mittel – das Handwerkszeug – war gleich. Beziehungsweise noch besser. Um nur ein Beispiel zu nennen: In der Werbung war 4-Farbdruck schon damals Standard. Die Regel. Und nicht die Ausnahme.

Angefangen habe ich seinerzeit mit Text und Konzeption für die verschiedenen Sparten des Unternehmens, Von Hoch-, Tief- und Straßenbau, damals auch noch Baumarkt und Medizintechnik, bis hin zur Möbelindustrie und Telekommunikation. Erstellt habe ich alles, was gebraucht wurde. Von Verkaufsunterlagen, Anzeigen, Mailings, Videofilmen und Präsentationen bis zu Konzepten für neue Produkteinführungen, Recycling sowie Messeauftritten und Veranstaltungen, um nur die wichtigsten zu nennen.

Und das alles zu einer Zeit, als die postalische Werbung noch eines der wichtigsten Werbeorgane neben Anzeigen und Messen war. Faxen konnte man zwar machen, aber es wurde noch nicht gefaxt. Das kam erst. Und Telefonieren war damals noch richtig teuer. Je weiter weg, um so teurer.

Auch Lithos erstellen war kostspielig. Andrucke ebenfalls. Und zeitaufwändig. Reinzeichnungen und Montagen mussten erst in die Lithographieranstalten geschickt werden. Per Postversand. Hin und her. Musste das ganze sehr schnell gehen, kamen noch Zuschläge auf die Versandkosten. Und ging der Versand ins Ausland, konnte man nur noch hoffen, dass die Sendung nicht noch im Zoll hängen blieb.

Nach ein paar Jahren wechselte ich dann im selben Unternehmen. Ab da zuständig für die komplette werbliche Betreuung eines Geschäftsbereichs für In- und Ausland. Das beinhaltete die oben genannten Aufgaben einschließlich Werbeplanung, Ausarbeitung der Mediapläne, Produkt- und Werkzeugkennzeichnungen, Verpackungsdesign, PoS-Gestaltung, Verkaufsförderungsmaßnahmen und Kundenunterstützung.

Mittlerweile hielt auch das Computerzeitalter Einzug in die Büros. Es kam die große Zeit der Screensaver. Zuerst, damit sich der Bildschirm nicht „einbrannte“, wenn längere Zeit am Tag nicht genutzt. Dann, um Energie zu sparen. Für Unternehmen eine hervorragende Möglichkeit, um mit einem pfiffigen Screensaver am Arbeitsplatz des Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Verbreitet zuerst via Diskette, später dann per CDs, denn von Downloads war noch keine Rede. Das Internet war damals noch hauptsächlich in Händen von Militärs und wenigen Freaks.

Das kam erst. Dann aber um so gewaltiger. Vom ersten Homepageauftritt, noch ganz in HTML-Programmierung, bis hin zum CMS-System, plus Ausrollen auf Kunden. Dazu gesellte sich das E-Mailing mit seinen schier unbegrenzten Möglichkeiten, wenn’s nicht im Spam-Filter landet. Oder eine preiswerte Möglichkeit der Kundeninformation: Der E-Mailnewsletter sowie in jüngerer Zeit die Nutzung von Social Media, um Kundenbeziehungen aufzubauen, zu intensivieren und zu pflegen.

Inzwischen sind über 30 Jahre vergangen. Mit Höhen und Tiefen. Immer wieder neue Herausforderungen. Neue Entwicklungen. Langweilig war es nie. Und ich beginne allmählich, mich auf die Zeit nach dem Berufsleben vorzubereiten. Aber Sie wissen schon:

„Wer rastet, der rostet“

Und verrosten will ich nicht

 

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Katze mit Vogel um 12:00 Mittag